Kurz gefasst
- 7.2.101 ist eine Punktversion auf dem 7.2-Zweig. Zwei Bugfixes, ein Hinweistext, sonst nichts Neues.
- Beide Fehler betreffen ausschließlich die neuen Beweissicherungs-Funktionen Case Manager und Evidence Trust. Wer die nicht nutzt, merkt vom Update nichts.
- Der oft verwechselte Punkt: 7.2.101 ist nicht das 7.2-Feature-Update. Aufnahme-Einstellungen liegen seit 7.2 zentral im Recording Manager.
Was in 7.2.101 tatsächlich drinsteckt
Die Änderungsliste ist kurz. Zwei Fehler wurden behoben, dazu ein Hinweistext, der an eine ältere Umstellung erinnert. Mehr ist es nicht.
Der erste Fehler: Fall-Exporte aus dem Case Manager blieben im Status „Preparing" hängen und wurden nie fertig. Wer einen Vorfall zu einer Fallakte zusammenstellte und exportieren wollte, bekam am Ende keine Datei, sondern eine Anzeige, die sich nicht bewegte.
Der zweite Fehler: Große Downloads schlugen fehl, wenn Evidence Trust aktiv war — also die kryptografische Beweissicherung, die jeden Clip signiert. Ab welcher Dateigröße das auftrat, nennt Ubiquiti nicht.
Beide Fehler gehen auf dieselben zwei Funktionen zurück: Case Manager und Evidence Trust. Beide kamen erst mit Protect 7.2. Wer sie nicht einsetzt, war von den Fehlern nie betroffen und merkt vom Update nichts.
Warum das für die meisten Anlagen unsichtbar bleibt
Das ist der entscheidende Punkt für die Einordnung. 7.2.101 bringt keine neue Kamera-Funktion, keine bessere Bildqualität, keinen neuen Aufnahmemodus. Es räumt zwei Stolpersteine in Werkzeugen weg, die auf Beweissicherung zielen.
Eine typische Villa mit acht Kameras, die schlicht aufzeichnen und bei Bewegung eine Meldung schicken, nutzt Case Manager und Evidence Trust in der Regel gar nicht. Für so eine Anlage ist 7.2.101 ein Wartungs-Update ohne sichtbare Wirkung. Installieren, weiterlaufen lassen — das genügt.
Interessant wird es dort, wo jemand Videomaterial wirklich als Beweis aufbereitet: bei Vorfällen auf einem Firmengelände, bei wiederkehrenden Einbrüchen in einer Ferienanlage, überall dort, wo aus Aufnahmen eine belastbare Akte werden soll. Genau diese Arbeitsabläufe waren von den zwei Fehlern betroffen.
Die Ebenen nicht verwechseln: 7.2 gegen 7.2.101
Hier passiert der häufigste Denkfehler. Die Versionsnummer 7.2.101 sieht nach „7.2 plus etwas" aus. Sie ist es nicht. Sie ist die dritte Nachkommastelle auf einem Zweig, dessen eigentliche Neuerungen schon mit 7.2 Ende Juli kamen.
Was 7.2 gebracht hat, ist der Kontext, in dem 7.2.101 überhaupt Sinn ergibt:
- Recording Manager: Aufnahme- und Encoding-Einstellungen werden seit 7.2 zentral verwaltet, auch für ONVIF-Drittkameras — nicht mehr pro Kamera. Genau darauf weist der Hinweistext in 7.2.101 hin.
- Evidence Trust: Jeder Clip wird bei der Aufnahme mit einem SHA-256-Fingerabdruck versehen und digital signiert. Die Echtheit lässt sich extern unter evidence.ui.com prüfen; veränderte Clips werden markiert.
- Case Manager: formale Fallakten mit zugeordnetem Videomaterial, einem Zugriffs- und Download-Protokoll und einem Chain-of-Custody-Verlauf.
- Dazu Zeitsynchronisation von Drittkameras über den UniFi-Zeitserver und I/O-Trigger-Abläufe.
Wer 7.2.101 installiert und danach die großen Funktionen sucht, sucht auf der falschen Ebene. Sie sind seit 7.2 da. 7.2.101 flickt nur zwei davon.
Der Punkt, an dem wir zur Vorsicht raten
Evidence Trust und Case Manager zielen auf ein reales Bedürfnis: Videomaterial, das gegenüber einer Versicherung oder vor Gericht Bestand hat. Der SHA-256-Fingerabdruck ist ein solides technisches Fundament dafür.
Wir sagen an dieser Stelle bewusst, was wir nicht wissen. Ob ein SHA-256-signierter UniFi-Export vor einem spanischen Gericht oder gegenüber einem spanischen Versicherer als Beweismittel anerkannt wird, ist ungeklärt. Wir haben dafür keinen Beleg gefunden. Nennen Sie das Material also nicht vorschnell „gerichtsfest" — lassen Sie die Frage vorher von einem Anwalt klären.
Dasselbe gilt für den Datenschutz. Videoüberwachung auf einem Grundstück in Spanien fällt unter LOPDGD und DSGVO: Beschilderungspflicht, Zweckbindung, begrenzte Speicherfristen. Das ist kein Thema des Updates, gehört aber in jede Planung. Wer eine Anlage aufbaut, sollte die rechtliche Seite von Anfang an mitdenken, nicht nachträglich. Das ist Teil dessen, was ein durchgeplantes Projekt von einer schnell zusammengesteckten Kamera-Reihe unterscheidet.
Was Sie nach jedem Protect-Update prüfen sollten
Unabhängig von 7.2.101 gilt eine Regel, die viele übersehen: Nach einem Update laufen die Aufnahmen nicht automatisch unverändert weiter. Updates können Aufnahme-Profile oder die Bewegungserkennung zurücksetzen. Einzelne Kameras springen mitunter ungewollt auf Daueraufnahme. In der Timeline entstehen Lücken, die erst auffallen, wenn man das Material braucht.
Deshalb: Prüfen Sie nach dem Update an zwei bis drei Kameras, ob wirklich aufgezeichnet wird und der Modus stimmt. Das ist die kurze Kontrolle, die einen stillen Ausfall verhindert. Wer diesen Schritt auslässt, merkt den Fehler oft erst, wenn es zu spät ist.
Für eine größere Anlage mit vielen Kameras ist genau das ein Grund, die Wartung nicht dem Zufall zu überlassen. Ein Update einzuspielen dauert Minuten; zu prüfen, ob danach alles wie vorher läuft, ist die eigentliche Arbeit. Wie eine solche Betreuung im laufenden Betrieb aussieht, zeigen unsere Referenzen.
Nach dem Update auf 7.2.101 prüfen
- Läuft die Aufzeichnung an zwei bis drei Kameras nachweislich weiter?
- Steht der Aufnahmemodus noch richtig, oder ist eine Kamera auf Daueraufnahme gesprungen?
- Nutzen Sie Case Manager oder Evidence Trust? Nur dann betrifft Sie das Update überhaupt.
- Aufnahme-Einstellungen im Recording Manager suchen, nicht mehr pro Kamera.
- Vor jeder Beweis-Nutzung: rechtliche Anerkennung in Spanien anwaltlich klären, nichts als „gerichtsfest" annehmen.
Wenn Sie eine Kamera-Anlage auf der Insel planen oder eine bestehende betreuen lassen möchten — von der ersten Leitung bis zur Wartung Jahre später — sprechen Sie uns an. Für ein langsames Notebook oder eine einzelne Kamera an der Haustür sind wir die Falschen; für eine durchdachte Anlage, die in zehn Jahren noch tut, was sie soll, sind wir die Richtigen.
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