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WLAN & Netzwerk

WLAN in der Finca: Warum Repeater an Natursteinmauern scheitern

Eine Finca aus Marés-Stein ist gebaut, um Hitze draußen zu halten. Dass sie dabei auch Funkwellen aufhält, merkt man erst, wenn im Schlafzimmer nichts mehr ankommt. Der übliche Reflex — ein Repeater — macht es in den meisten Fällen schlimmer.

1. August 2026 6 Minuten Lesezeit IT Service Mallorca

Kurz gefasst

Die typische Finca hat Außenmauern zwischen 50 und 80 Zentimetern, oft aus Naturstein mit Kalkmörtel, dazu Innenwände aus Vollziegel und Decken aus Stahlbeton. Genau diese Bauweise sorgt dafür, dass es im Sommer im Haus angenehm bleibt — und dass ein einzelner Router im Wohnzimmer den Rest des Hauses nicht erreicht.

Was die Mauer mit dem Signal macht

Funkleistung wird in Dezibel gemessen, und die Skala ist logarithmisch: 10 dB Dämpfung bedeuten ein Zehntel der Leistung, 20 dB ein Hundertstel, 30 dB ein Tausendstel. Die Werte, die wir bei Messungen auf Mallorca regelmäßig sehen, liegen in dieser Größenordnung:

Hindernis2,4 GHz5 GHz
Gipskarton-Trennwand3–4 dB4–6 dB
Vollziegel-Innenwand, 12 cm6–10 dB10–15 dB
Natursteinmauer, 60 cm15–20 dB20–30 dB
Stahlbetondecke15–25 dB25–35 dB

Zwei Dinge fallen daran auf. Erstens: 5 GHz verliert deutlich mehr als 2,4 GHz. Genau das Band, das die hohen Geschwindigkeiten liefert, kommt durch dicke Wände am schlechtesten. Zweitens: Zwei solcher Mauern hintereinander reichen aus, um ein brauchbares Signal auf Rauschniveau zu drücken. Das Telefon zeigt dann noch einen Balken an, aber die Verbindung bricht bei jedem Video-Anruf ab.

Warum ein Repeater die Lage verschlechtert

Ein Repeater empfängt das WLAN und sendet es erneut aus — über dieselbe Funkkarte, auf demselben Kanal. Jedes Datenpaket läuft dadurch zweimal durch die Luft. Der nutzbare Durchsatz halbiert sich also allein durch das Prinzip, noch bevor irgendeine Wand im Spiel ist.

Dazu kommt ein zweites Problem: Der Repeater kann nur weitergeben, was er selbst empfängt. Steht er dort, wo das Signal schon schwach ist, verteilt er ein schwaches Signal weiter — nur eben mit vollem Balken auf dem Handy. Genau daher stammt der häufige Satz „Ich habe volles WLAN, aber nichts lädt".

Und drittens halten viele Geräte stur an der einmal gewählten Station fest. Sie hängen noch am Repeater, wenn Sie längst wieder neben dem Router sitzen. Für dieses Verhalten hat sich der Begriff sticky client eingebürgert; beheben lässt es sich nur auf der Netzwerkseite, nicht am Endgerät.

Was stattdessen funktioniert

Access Points statt Reichweitenverlängerung

Die belastbare Lösung ist unspektakulär: Statt ein Signal weiterzureichen, stellt man mehrere Sender auf, die jeder für sich am Kabel hängen. Jeder Access Point versorgt seinen Bereich mit voller Leistung, alle tragen denselben Netzwerknamen, und das Endgerät wechselt beim Durchgehen automatisch.

Wie wir dabei vorgehen, steht unter WLAN & Netzwerk. Als Faustregel für eine Finca: ein Access Point je Etage, zusätzlich einer für jeden Gebäudeteil, der durch eine Außenmauer abgetrennt ist. Ein Gästehaus im Garten braucht immer einen eigenen. Die Geräte werden über dasselbe Netzwerkkabel mit Strom versorgt (Power over Ethernet), es genügt also eine Leitung je Punkt — keine Steckdose an der Decke.

Wenn kein Kabel liegt

In einem Bestandsgebäude nachträglich Leitungen zu ziehen, ist auf Mallorca oft aufwendiger als in Deutschland: Es wird gestemmt, verputzt und gestrichen. Dafür gibt es zwei Wege, die wir regelmäßig gehen:

Powerline über die Stromleitung nennen wir bewusst zuletzt. In Altbauten mit mehreren Sicherungskreisen, langen Leitungswegen und Wechselrichtern von Photovoltaikanlagen sind die Ergebnisse schwer vorhersehbar. Als Übergangslösung brauchbar, als Grundlage für ein Haus nicht.

Der Außenbereich wird meist vergessen

Auf Mallorca findet ein großer Teil des Lebens draußen statt — und genau dort endet das WLAN oft an der Terrassentür. Für Pool, Terrasse und Garten gilt: Ein Access Point für den Außeneinsatz gehört nach außen, nicht hinter die Scheibe. Moderne Fenster sind beschichtet, und diese Metallschicht dämpft Funk ähnlich stark wie eine Ziegelwand.

Achten Sie außerdem auf die Temperaturangabe des Herstellers. Ein Gerät, das im Sommer in der prallen Sonne unter einem Dachvorsprung sitzt, erreicht dort ohne Weiteres 60 °C und mehr.

Kurze Checkliste vor dem Kauf

Was das in der Praxis heißt

In fast allen Fincas, die wir übernehmen, finden wir dieselbe Historie: erst ein Repeater, dann ein zweiter, dann ein dritter — und am Ende ein Netz, in dem niemand mehr weiß, welches Gerät gerade woran hängt. Der Austausch gegen zwei oder drei kabelgebundene Access Points löst in aller Regel nicht nur das Reichweitenproblem, sondern auch die Aussetzer, die man vorher der Internetleitung angelastet hat.

Wenn Sie unsicher sind, wie viele Punkte Ihr Haus braucht: Das lässt sich vor Ort in einer guten Stunde messen. Danach wissen Sie, was nötig ist — und ebenso, was nicht.

Passt dazu

Philipp Gönnenwein
IT Service Mallorca

Deutschsprachiger IT-Service für Fincas, Villen und Unternehmen auf Mallorca. Netzwerk, WLAN, Sicherheitstechnik und die Vorbereitung für Smart Home — geplant, installiert und betreut.

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